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Impfangebot und Impfwissen

Impfung

Impfungen zählen zu wirksamen Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten. Sie schützen nicht nur geimpfte Personen, sondern können indirekt auch ungeimpfte Menschen vor Erkrankungen bewahren, da sie die Ausbreitung von Infektionskrankheiten stoppen oder verringern.

Unser Impfangebot

  • Corona-Schutz-Impfung (SARS-CoV-2)
  • Grippeschutzimpfung
  • Standardimpfungen nach STIKO-Empfehlung: Tetanus, Keuchhusten, Diphtherie, Masern, Pneumokokken, Gürtelrose
  • Indikationsimpfungen für Reise und Beruf: Hepatitis A/B, FSME, Tollwut, Cholera, Meningokokken, Japanische Enzephalitis, Typhus

Hinweis Reiseimpfung

Aktueller Ausbruch Japanischer Enzephalitis in Australien (Stand 07.04.2022).

Auch ohne Praxisbindung

Die Praxis impft auch praxisfremde Patientinnen und Patienten. Einzelheiten finden sich in der aktuellen Coronavirus-Impfverordnung.

Stand 09.10.2022

Corona-Schutz-Impfung

Alle Angaben dieses Abschnitts entsprechen dem Stand vom 09.10.2022.

Terminvereinbarung und Verfügbarkeit

Impfungen erfolgen mit Comirnaty® (mRNA: BioNTech/Pfizer) oder Spikevax® (mRNA: Moderna). Die Praxis hält derzeit Spikevax® (mRNA: Moderna) vor. Aufgrund reduzierter Nachfrage finden Impfungen mittwochs nach Terminvereinbarung statt, um Impfstoffverschwendung zu minimieren.

Covid-19 Impfstoffe sind nicht als Einzeldosen erhältlich wie übliche Impfstoffe.

Bestandspatientinnen und -patienten können per Telefon über die Telefonanlage, E-Mail oder Kontaktformular vereinbaren. Neupatientinnen und -patienten nutzen ausschließlich das Kontaktformular auf der Homepage.

Zum 30.09.2021 wurden die meisten Impfzentren außer Betrieb genommen. Impfungen erfolgen nun durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, spezialisierte mobile Impfteams, Tierärztinnen und -ärzte, Zahnärztinnen und -ärzte sowie Apotheken.

Impfserien und Booster-Impfungen

Es werden erste, zweite Impfungen sowie Booster-Impfungen durchgeführt. Fehlt eine Antikörperreaktion (festgestellt durch Bluttest), kann die Booster-Impfung ohne Abwarten von sechs Monaten erfolgen.

Personen, die mit in der EU nicht zugelassenen inaktiven Ganzvirusimpfstoffen geimpft wurden (CoronaVac/Sinovac, Covilo/Sinopharm, Covaxin/Bharat Biotech) oder dem Vektor-Impfstoff Sputnik V (Gamelaya/Russland), sollten eine Auffrischung mit mRNA-Impfstoffen im Abstand von mindestens drei Monaten zur letzten Impfung erhalten.

Die Booster-Impfung (Auffrischung nach Grundimmunisierung) erfolgt nach drei bis sechs Monaten nach der Zweit- bzw. Auffrischungsimpfung oder laborchemisch nachgewiesener SARS-CoV-2-Infektion, aktuell nur mit mRNA-Impfstoffen.

Personen, die mit dem Vektor-Impfstoff Johnson & Johnson / Janssen geimpft wurden, sollten eine Zweitimpfung mit mRNA-Impfstoff nach vier Wochen erhalten.

Zweite Booster-Dosis (vierte Impfung)

Aufgrund hoher Inzidenz und Verbreitung von Omikron-Sub-Varianten ist eine zweite Booster-Dosis angezeigt, spätestens sechs Monate nach der letzten Booster-Impfung. Vorgesehen für:

  • Personen über 70 Jahren
  • Personen mit Vorerkrankungen
  • Tätige im Gesundheitssektor
  • Personen mit Angehörigen über 70 Jahren oder mit Vorerkrankungen

Im Einzelfall kann die Booster-Impfung bereits nach vier Wochen erfolgen (beispielsweise bei Immunschwäche).

Aktuell vorgesehen frühestens nach drei Monaten nach der ersten Booster-Impfung für Personen über 70 Jahren sowie Personen mit Immunschwäche (auch unter Immuntherapie wie bei multipler Sklerose). Für Angehörige des genannten Personenkreises sowie für Personen in Gesundheitsberufen ist eine zweite Booster-Impfung sechs Monate nach der ersten Booster-Impfung vorgesehen.

Omikron-angepasste Impfstoffe, Novavax, Kombination und Zertifikate

Die Sommer-Infektionswelle zeigt steigende Inzidenzen. Es lohne sich nicht, auf einen Omikron-angepassten Impfstoff zu warten, da dieser sich bis Herbst 2022 verzögert und der Corona-Virus nicht wartet. Der Impfstoff schützt aktuell vor schweren Krankheitsverläufen, nicht vor der Infektion.

Der proteinbasierte Impfstoff Novavax ist aktuell in der Praxis nicht verfügbar.

Die Impfung gegen Covid-19 kann gleichzeitig mit der Grippeschutzimpfung erfolgen.

Die Ausstellung von Impfzertifikaten (EU-Zertifikat mit QR-Code) ist in der Praxis möglich. Zusätzlich wird das Impfzertifikat im praktischen Checkkartenformat als iGeL angeboten, sodass kein Smartphone für den Nachweis erforderlich ist.

Impfung mit mRNA-Impfstoffen

Impfstoffe: Comirnaty® (BioNTech/Pfizer) oder Spikevax® (mRNA: Moderna).

  • Grundimmunisierung: drei bis sechs Wochen
  • Auffrischung: vier bis sechs Monate

Patientinnen und Patienten erleichtern den Ablauf, wenn sie den Aufklärungsbogen und Anamnesebogen vorab ausgefüllt zur Impfung mitbringen. Diese Formulare sind auf der RKI-Webseite auch in anderen Sprachen verfügbar.

Impfung von Genesenen und Long-Covid

Studien zeigen, dass Patientinnen und Patienten mit Long-Covid-Symptomatik weiterhin den Virus in sich tragen. Die Virusmenge reicht nicht aus für positive Covid-19 Schnell- oder PCR-Tests. Der Virus „schlummert“, ähnlich wie Herpesviren (Lippenherpes oder Gürtelrose). Der Virus versucht, dem Immunsystem zu entgehen. In Gewebsproben wurde der Virus nachgewiesen. Studien zeigen, dass die Long-Covid-Symptomatik mit einer Impfung verringert wird.

Betroffene mit durchgemachter Covid-19-Infektion sollten unabhängig vom Impfstatus nach drei Monaten der Infektion eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Impfzertifikate: Was gilt als vollständiger Impfschutz?

Ein vollständiger Impfschutz beinhaltet eine Grundimmunisierung und eine Auffrischungsimpfung (Booster-Impfung). Dieser gilt voraussichtlich für sechs Monate.

Personen, die mit AstraZeneca-Vektor-Impfstoff (auch Mischimpfung mit mRNA-Impfstoff) oder mRNA-Impfstoff (BioNTech oder Moderna) zweifach geimpft wurden, haben eine Grundimmunisierung. Mit einer dritten Impfung zur Auffrischung besteht vollständiger Impfschutz. Für diesen Impfschutznachweis sind drei Zertifikate notwendig; das letzte wird mit „3 von 3“ ausgewiesen. Bei der zweiten Boosterung (vierte Impfung) wird „4 von 4“ ausgewiesen.

Personen mit durchgemachter Covid-19-Infektion oder mit Johnson & Johnson / Janssen-Vektor-Impfstoff geimpft sind einer Grundimmunisierung gleichgestellt (Genesenzertifikat oder Impfzertifikat Johnson & Johnson / Janssen). Diese Personen benötigen für vollständigen Impfschutz nur eine Auffrischung (Booster) und sind mit zwei Zertifikaten den drei Zertifikaten bei reiner Impfung mit AstraZeneca, BioNTech oder Moderna gleichgestellt.

Impfberechtigung und Nachweis einer durchgemachten Infektion

Grundimmunisierung: ab einem Alter von 12 Jahren für mRNA-Impfstoffe.

  • Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht und danach eine Impfstoffdosis erhalten haben, sollten in der Regel sechs Monate nach der vorangegangenen Impfung eine Auffrischimpfung erhalten.
  • Personen, die nach Covid-19-Impfung (unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen) eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollten im Abstand von sechs Monaten nach Infektion ebenfalls eine Auffrischimpfung erhalten.

Ein Nachweis erfolgt durch direkten Erregernachweis (PCR) zum Infektionszeitpunkt oder durch spezifische Antikörper, die eine durchgemachte Infektion beweisen. Labordiagnostische Befunde müssen in nach Bundesärztekammer-Richtlinie zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (RiLiBÄK) arbeitenden oder nach DIN EN ISO 15189 akkreditierten Laboren erhoben worden sein.

Impfstoffwahl

Es besteht (trotz anderer öffentlicher Meinung) keine freie Wahl des Impfstoffes. Ausschlaggebend sind:

  • Vorgaben der Coronavirus-Impfverordnung
  • Zulassung durch die EMA (Europäische Arzneimittelbehörde)
  • Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut)
  • Verfügbarkeit

Der Impfstoff wird aktuell vom Bundesministerium für Gesundheit beschafft und bereitgestellt.

Nutzen, Risiken und Impfstofftypen

Die Vorteile einer Impfung überwiegen bei weitem die Risiken einer Impfung. Eine Infektion mit SARS-CoV-2 stellt ein viel größeres Risiko dar. Die beobachteten Nebenwirkungen, einschließlich seltener schwerer Nebenwirkungen bis hin zum Tod, sind tragisch. Eine Infektion hätte in diesen Einzelfällen vergleichbare und sogar schwerere Folgen gehabt.

Die beobachteten seltenen Nebenwirkungen werden durch die Reaktion des Immunsystems auf das Antigen (Spikeprotein) ausgelöst. Diese Reaktion würde auch der Virus selbst auslösen, üblicherweise weit stärker. Ein proteinbasierender Impfstoff würde dies ebenso tun. Daher macht es absolut keinen Sinn, auf die Verfügbarkeit eines proteinbasierenden Todimpfstoffes zu warten und sich weiterhin einem Infektionsrisiko mit potenziellem schwerem Krankheitsverlauf mit SARS-CoV-2 auszusetzen.

Für die Immunisierung stehen Todimpfstoffe zur Verfügung. Todimpfstoff bedeutet: es handelt sich nicht um lebensfähige SARS-CoV-2-Viren, sondern um Teile des Erregers. Die Unterschiede in verfügbaren Impfstoffen liegen allein in der Bereitstellung sogenannter Antigene (Erregerteile aus Eiweiß) dem Immunsystem gegenüber.

Nucleinsäurebasierte Impfstoffe (modern)

Bei mRNA-Impfstoffen wird der „Bauplan“ (mRNA) verabreicht. Bei Vektor-Impfstoffen wird das „Buch zum Bauplan“ verabreicht – die Zelle schreibt davon dann den Bauplan in Form von mRNA. Die Zellen produzieren dann das Antigen (Protein). Das Immunsystem analysiert dies (präsentierende Zellen werden zerstört und analysiert) und entwickelt eine Immunantwort auf Ebene der Abwehrzellen und Antikörper.

Proteinbasierter Impfstoff (klassisch)

Der Erreger wird auf gentechnischer Basis hergestellt und dann abgetötet. Dieses Erregermaterial wird als Impfstoff verabreicht. Hierfür werden Wirkverstärker (Adjuvanzien) wie beispielsweise Aluminium benötigt.

Sowohl klassische als auch moderne Todimpfstoffe beinhalten Nanopartikel. Diese sind üblicherweise unbedenklich, können aber in sehr seltenen Fällen allergische Reaktionen bedingen. Proteinbasierende Impfstoffe können mehr Impfreaktionen auslösen, da hier mehrere verschiedene Antigene im Impfstoff vorhanden sind. Moderne Todimpfstoffe können in deutlich kürzerer Zeit an Virusvarianten angepasst werden (Zeitbedarf circa 100 Tage) als klassische Todimpfstoffe.

Blutgerinnsel bei Vektor-Impfstoffen

Es handelt sich um eine sehr seltene Reaktion des Immunsystems gegen die Blutplättchen (Thrombozyten). Das Risiko besteht statistisch häufiger bei jüngeren Betroffenen, wo das Immunsystem natürlicherweise stärker reagiert. Bei älteren Betroffenen ist dies nur selten der Fall. Aufgrund dieses Zusammenhangs entstand die Empfehlung, Vektor-Impfstoffe Personen über 60 Jahren anzubieten.

Solche Reaktionen wurden auch bei mRNA-Impfstoffen beobachtet, bisher statistisch geringer als bei Vektor-Impfstoffen. Hierbei ist zu bedenken, dass mRNA-Impfstoffe zuvor vorwiegend bei Personen über 60 Jahren eingesetzt wurden – es könnte sich um einen statistischen Effekt handeln.

Eine Durchblutungsstörung in der Vorgeschichte (Thrombose, Embolien, Schlaganfall, Herzinfarkt), Einsatz von Hormonpräparaten (Antibabypille oder Medikamente für die Wechseljahre), Übergewicht, genetische Prädisposition oder Immobilisation stellen kein höheres Risiko dar.

Die bisherigen Todesfälle im Rahmen der Hirnvenenthrombosen waren auch dadurch bedingt, dass man mit dieser Komplikation noch nicht gerechnet hatte, sodass Diagnostik und Therapie verspätet erfolgten. Aktuell ist man bezüglich dieser Komplikation sensibilisiert und wird Symptome wie starke, länger andauernde Kopfschmerzen ernst nehmen und großzügiger untersuchen. Hirnvenenthrombosen sind, wenn rechtzeitig diagnostiziert, behandelbar.

Die Thrombose-Ereignisse müssen in Relation mit dem natürlichen Auftreten in der Normalbevölkerung gesehen werden. In dieser Relation werden die berichteten Ereignisse sehr gering. Ein Impfstoff wäre ein „Wundermittel“, wenn die Auftretenswahrscheinlichkeit mit der Impfung geringer wäre als in der Normalbevölkerung.

Es ist nicht zu vergessen, dass es auch zu Todesfällen im Rahmen einer Impfung mit mRNA-Impfstoffen gekommen ist. Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) ist daher treffenderweise zu dem Ergebnis gekommen, dass bei dem Einsatz der Impfstoffe die Vorteile bei weitem die Risiken übertreffen. Daher besteht das Gebot zu impfen, egal mit welchem Impfstoff, um schwere Verläufe und Todesfälle durch eine Covid-19-Infektion vorzubeugen.

Mischimpfung

Vaxzevria® (Vektor: AstraZeneca) mit Comirnaty® (mRNA: BioNTech/Pfizer) oder Moderna (mRNA).

Zum Modus der Impfungen bestehen aktuell nur sichere Daten der Zulassungsbehörde. Nach Zulassung durch die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) wurden die Impfstoffe für Impfung mit demselben Impfstoff zugelassen. Dies betrifft Comirnaty® (mRNA: BioNTech/Pfizer) und Vaxzevria® (Vektor: AstraZeneca). In den Zulassungsstudien wurden jeweils dieselben Impfstoffe eingesetzt. Eine Mischung dieser Impfstoffe, wie aktuell von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen, war nicht Gegenstand der Zulassungsstudie.

Diese Empfehlung basierte auf dem zugelassenen Ebola-Impfstoff (zwei verschiedene Vektor-Impfstoffe im Abstand von acht Wochen: Zabdeno Ad26 und Mvabea MVA), wo Impfstoffe gemischt wurden. Der russische Coronaimpfstoff Sputnik V basiert auch auf zwei verschiedenen Vektoren. Es handelte sich aber um zwei verschiedene Vektor-Impfstoffe. Diese Empfehlung gilt bis entsprechende Daten vorliegen – damit handelt es sich formell um ein Experiment.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die Mischimpfung aufgrund der schlechten Datenlage nicht.

Erste Daten (12.05.2021 veröffentlicht im Fachmagazin The Lancet) der britischen Com-COV-Studie (seit 04.02.2021 Covid-19 Heterologous Prime Boost Study) zeigen Ergebnisse von freiwilligen Probandinnen und Probanden, die die Kombination Comirnaty® mit Vaxzevria® bzw. Vaxzevria® mit Comirnaty® erhielten. Nach aktuellen Studiendaten zeigt sich bei der Mischimpfung ein etwas höherer Wirkungsgrad. Dies aber auch zum Preis von mehr und stärkeren Nebenwirkungen. Das Durchschnittsalter der Zwischenauswertung betrug 57 Jahre. Diese Altersgruppe zeigt weniger stark ausgeprägte Impfreaktionen als jüngere.

Die spanische CombiVacs-Studie ist nicht sachdienlich, da ein Vergleich zwischen einer Mischimpfung mit einer einzelnen Impfung mit Vaxzevria® (Vektor: AstraZeneca) erfolgte. Dass der Wirkungsgrad der Mischimpfung gegenüber der Einzelimpfung überlegen ist, dürfte auch nicht medizinisch gebildeten Personen klar sein.

Impfangebot

Weitere Schutzimpfungen

Grippe, Pneumokokken, Gürtelrose, Masern und FSME – was wann sinnvoll ist.

Grippeschutzimpfung

Mit Beginn der kalten Jahreszeit naht auch die Grippewelle. Den besten Schutz vor einer Erkrankung bietet die Impfung. Vor allem ältere, chronisch kranke und immungeschwächte Menschen sollten sich impfen lassen. Sie sind besonders gefährdet, sich mit dem Virus anzustecken.

Unterschied zwischen Erkältung und Grippe

Grippaler Infekt: Erst läuft die Nase, der Hals schmerzt, Kopf und Glieder tun weh. Einen normalen grippalen Infekt kennt jeder.

Echte Grippe (saisonale Influenza): Zwar sind ihre Symptome ähnlich, die Erkrankung verläuft häufig aber schwerer. Schlagartig treten hohes Fieber, heftige Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen auf. Lebensbedrohliche Komplikationen wie eine Lungenentzündung sind möglich. Fast jedes Jahr gibt es mehrere tausend Grippe-Tote in Deutschland.

Die wichtigste Schutzmaßnahme ist die Impfung. Für die Grippeschutzimpfung gibt es mehrere Impfstoffe, einige davon sind auch für den Einsatz bei Schwangerschaft zugelassen. Für Ältere über 65 Jahren mit Vorerkrankungen ist ein spezieller Impfstoff mit höherem Wirkungsgrad verfügbar, da das Immunsystem bei diesen Betroffenen schwächer reagiert und daher einen stärkeren Reiz für die Immunantwort benötigt.

Pneumokokken-Impfung

Pneumokokken sind Bakterien, die Lungenentzündung verursachen. Hierfür steht ein Todimpfstoff zur Verfügung, der gegen die relevanten 23 Stämme schützt. Für Erwachsene sind die 23 Stämme relevant; für Kinder 13 Stämme. Daher gibt es einen Kinder-Pneumokokken-Impfstoff (13 Stämme) und einen Erwachsenen-Pneumokokken-Impfstoff (23 Stämme).

Die Pneumokokken-Impfung wird allen über 60 Jahren oder mit Vorerkrankungen empfohlen:

  • Diabetes
  • Lungenerkrankungen
  • Immunschwäche
  • Autoimmunerkrankungen
  • Chronische Erkrankungen

Kinder erhalten in der Regel zu den vorgesehenen Impfterminen die Pneumokokken-Impfung. Die Pneumokokken-Impfung kann bei Vorerkrankungen alle sechs Jahre aufgefrischt werden.

Zoster-Impfung (Gürtelrose)

Die Gürtelrose wird von einer Herpesvirusvariante verursacht, die man auch als Windpockenvirus kennt.

Wenn man Windpocken durchgemacht hat, ist man nicht zwangsläufig vor Gürtelrose geschützt. Vielmehr ist die Gürtelrose eine späte Reaktivierung von noch im Körper schlummernden Windpockenviren. Dies kann bei Stress oder einer anderen Erkrankung ausgelöst werden, kann aber auch einfach zufällig passieren.

Seit einigen Jahren steht ein Todimpfstoff gegen Zoster zur Verfügung. Daher empfiehlt sich die Impfung gegen Zoster, um das Immunsystem auf die Windpocken aufmerksam zu machen. Außerdem erfolgt die Impfung gegen die bisher bekannten Stämme; wenn man die Windpocken durchgemacht hat, hat man in der Regel Teilimmunität gegen einen dieser Stämme.

Auch eine bereits durchgemachte Gürtelrose ist kein Ausschluss für die Impfung, sondern die Impfung kann vor einem Rezidiv schützen. Es erfolgt eine Impfserie von zwei Injektionen im Abstand von maximal sechs Monaten.

Masern-Impfung

Alle ab Jahrgang 1971 sollten eine Masern-Mumps-Röteln-Impfung erhalten, wenn nicht zwei Impfungen im Impfausweis dokumentiert sind.

Für Beschäftigte im medizinischen Sektor besteht eine Impfflicht (Nachweis von zwei dokumentierten Impfungen oder Antikörpernachweis für bestehende Immunität).

FSME-Impfung

Diese Erkrankung wird durch Zecken übertragen. Aktuell ist die FSME in Nordrhein-Westfalen noch nicht verbreitet (endemisch). Verbreitung der FSME besteht ab Hessen und südlich sowie in Osteuropa und Südeuropa. Es ist aber wegen der klimatischen Entwicklung nur eine Frage der Zeit, ab wann die FSME auch in Nordrhein-Westfalen endemisch wird.

Personen, die sich häufiger in den Endemiegebieten aufhalten, sollten sich gegen FSME impfen lassen, da es keine Behandlung für FSME gibt.

Die Grundimmunisierung besteht aus drei Injektionen: zweite nach vier Wochen, dritte nach sechs Monaten. Alternativ ist eine Schnellimmunisierung mit zweiter Impfung nach sieben Tagen und dritter nach 21 Tagen möglich.

Impfwissen

Ein Pikser kann viel verhindern

Impfen gehört zu den einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Die Durchimpfungsraten in der Bevölkerung sind jedoch oft zu niedrig.

Lücken bei Kindern

Insbesondere bei Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten und Hepatitis B.

Lücken bei Erwachsenen

Vor allem bei Auffrischungen für Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten. Auch gegen Masern sind viele junge Erwachsene nicht ausreichend geschützt.

Bekomme ich durch die Impfung die Krankheit?

Bis auf Masern-Mumps-Röteln sind alle Standardimpfungen im Erwachsenenalter sogenannte „Todimpfstoffe“. Dies bedeutet, dass der Impfstoff abgetötete Erreger oder nur Teile des Erregers beinhaltet. Man kann also durch die Impfung nicht die Krankheit bekommen!

Mythos: Impfungen sind gefährlich

Falsch! Die „Todimpfstoffe“ können immer gegeben werden, auch bei Immunschwäche und bei Schwangerschaft. Gerade diese Patienten brauchen diesen Schutz. Man kann auch mehrere Impfungen gleichzeitig geben und auch an Tagen hintereinander.

Mythos: Impfungen haben gefährliches Aluminium

Ja, aber zu vernachlässigen: Impfstoffe sind mit Aluminium als Verstärker versetzt. Die Aluminiummenge ist aber geringer als in einer Fischmahlzeit. Aluminium ist notwendig, damit die Impfung wirken kann. Es lockt quasi das Immunsystem heran. Ohne müsste man fast einen Liter Impfstoff verabreichen, um die selbe Wirkung zu erreichen.

Mythos: Nach der Grippeimpfung habe ich Grippe bekommen

Falsch! Durch die Impfung wird die Krankheit nicht ausgelöst. Die Impfung braucht zwei bis drei Wochen, bis ein Schutz aufgebaut ist. Wurde man zu spät geimpft, dann kann es passieren, dass man sich ansteckt, bevor der Schutz aufgebaut wurde.

Warum wirkt eine Impfung manchmal nicht?

Man sollte sich nicht impfen lassen, wenn man aktuell einen Infekt hat. In dieser Situation ist das Immunsystem bereits aktiviert und zerstört direkt den Impfstoff, anstatt den Impfstoff zu analysieren. Damit wird kein Impfschutz aufgebaut.

Dies ist der Grund, warum man viele Impfungen am Anfang nach einigen Wochen wiederholt, um sicherzustellen, dass nicht zufällig bei der ersten Impfung das Immunsystem aktiviert war.

Impfausweis verloren, was nun?

Bei Impfungen gibt es den Grundsatz: Was nicht im Impfausweis dokumentiert ist, wurde nicht gemacht!

In diesem Fall erfolgt eine sogenannte Grundimmunisierung. In der Regel eine Serie aus drei Impfungen: zweite Impfung nach vier bis fünf Wochen, dritte Impfung nach sechs Monaten. Daher sollte man seinen Impfausweis gut aufheben.

Kann man überimpft werden?

Nein. Wenn man bereits Impfschutz hat, dann schadet eine erneute Impfung nicht. Sie ist nur nicht notwendig. Bei bestehendem Impfschutz wird der Impfstoff vom Immunsystem zerstört.

Nebenwirkungen bei Impfungen

Da das Immunsystem sich mit dem Impfstoff auseinandersetzt, wird der Körper etwas belastet. Daher sollte man sich nach einer Impfung etwas schonen und für zwei Tage auf Sport verzichten. Dies ist der Grund, warum sich der eine oder andere kurz etwas schlapp fühlt.

Es kann zu einer Rötung und Schwellung an der Injektionsstelle kommen. Dies ist normal, weil der Impfstoff lokal eine Entzündung auslöst, um das Immunsystem anzulocken. Kalte nasse Umschläge führen hier zur Linderung.

Impftermin vereinbaren

Bestandspatientinnen und -patienten per Telefon, E-Mail oder Kontaktformular. Neupatientinnen und -patienten bitte ausschließlich über das Kontaktformular.